SCHÖNER WOHNEN – Redaktionsblog

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Not-Picknick auf der Straße

Not-PicknickVor einiger Zeit wurde in unserem Stadtteil unangekündigt das Sielnetz saniert. Eigentlich eine gute Aktion, denn das Hamburger Netz, erster Baubeginn 1842, ist das älteste in Kontinentaleuropa. Die Spezialfirma, die mit einem thermisch-chemischen Verfahren das Sielnetz mit einem Inliner abdichtete, verpestete allerdings mit giftigen Gasen von Polyurethan tagelang den Stadtteil derart, dass einige Bewohner sich nicht mehr in ihren Häusern aufhalten konnten. Die Gase sammelten sich am Tag und in der Nacht in den Häusern.

Wir machten uns aus der Not einen Spaß und verlagerten das Esszimmer nach draußen in eine Fußgängerzone. Kurz darauf gesellten sich entnervte Nachbarn mit dem gleichen Problem hinzu und wir hatten mehrere fröhliche Abende.

Allen aktuell Leidenden sei gesagt: Es hat keinen Zweck das Gesundheitsamt einzuschalten, da die Prozedur einer Messung länger dauert als die Anwesenheit dieser Firma. Bei einer hartnäckigen Beschwerde (nur mit einem Anwalt) erstattete die Firma allerdings die Hotelkosten für eine Familie mit kleinen Kindern. Es bleibt abzuwarten, ob das chemische Verfahren auch über 150 Jahre lang hält!

Himmlische Ruhe

Werde ich nun spießig, oder endlich vernünftig? Seit einem halben Jahr verbringe ich meine Nächte auf einem Matratzensystem, für deren Anschaffung ich locker zwei Wochen in der Karibik hätte relaxen können. In einem fünf Sterne Hotel natürlich. Dort hätte ich mein Haupt wahrscheinlich auch auf einer Boxspring-Matratze gelegt. Aber eben nur zwei Wochen lang. Jetzt genieße ich jede Nacht Hotelkomfort und schwebe auf Wolke Sieben. Die Einsicht, in meinen Schlaf zu investieren, kam mit dem Besuch dreier Matratzen-Manufakturen. Ich wurde per Lear-Jet zu Hästens ins schwedische Köping geflogen, reiste etwas bescheidener zu Treca nach Reichenhoffen ins Elsaß und zur Familie Schramm in die Pfalz. Drei Profis in Sachen Federkern und gutem Schlaf. Dort habe ich mit eigenen Augen sehen dürfen wie das Rosshaar per Hand zurechtgezupft, die Federkerne mühselig in Taschen genäht und  die 30 cm dicken Schwergewichte mit einem aufwändigen Keder zugenäht wurden. Das beeindruckte. Und das Probeliegen überzeugte. Weg mit meiner armseligen Schaumstoffmatratze, dieser Gedanke beherrschte mich. Drei Jahre lang. Jetzt endlich throne ich wie die Prinzessin auf der Erbse jede Nacht auf einem stolzen 50 cm hohen Nachtlager. Ich bin dem Himmel ein Stück näher gekommen.
www.hastens.com
www.schramm-werkstaetten.de
www.trecadeparis.com

Zu viele weiße Wände!

www.flamantpaint.comViel Weiß und mal moderne, mal etwas kahle Leere starren mich von den Bildern an – wenn ich einmal im Jahr die Fotoproduktionen unseres großen Wettbewerbs „Die schönsten Häuser“ auf den Tisch kriege. Mich als bekennenden Höhlenmenschen friert manchmal dabei. Wobei ich weiß, dass es sich ja meistens um sehr neue, frisch bezogene Häuser handelt, also die „Patina“ durchs Leben noch fehlt. Und die macht das Wohnen ja erst schön, warm, gemütlich. Aber es fehlt eben oft auch ganz einfach Farbe an den Wänden. Und was für Farben! Dunkles Grau mit einem Schuss Rot, das Wärme gibt. Erd- und Moosfarben, die ich sonst nur auf Camouflage-Mode finde. Tiefes Aubergine-Violett, das helle Möbel erst richtig zum Leuchten bringt. Ich liebe das! Und empfehle ganz dringend, eine weiße Wand viel öfter als Einladung für Pinsel und Farbtopf zu betrachten. Unbedingt mal hier vorbeischauen: www.flamant.com und www.flamantpaint.com (tolle Farbkollektionen).

Ingo Maurer in München

StudioshowroomwerkstattFür Liebhaber der ausgefallenen Leuchten von Ingo Maurer gibt es ein neues Highlight – sein studioshowroomwerkstattatelier in München-Schwabingen. In ehemaligen Werkstatträumen in einem Hinterhof wird seine gesamte Kollektion auf 700 Quadratmetern präsentiert und verkauft. Zudem sollen alle Prototypen, Sonderanfertigungen und auch Arbeiten anderer Designer ausgestellt werden. Ingo Maurer möchte, dass sein Showroom ein Ort der Kommunikation ist und wird, so oft es geht, auch persönlich anwesend sein.

Studioshowroomwerkstattatelier
Kaiserstraße 47
80801 München
www.ingo-mauer.com

Cocooning – Rückzug ins Private

Bubble Chair - Eero AarnioNestbau galt in den sechziger Jahren noch als total spießig. Man wollte unabhängig sein und mit dem Rucksack durch Asien trampen. In den Achtzigern waren die Singles auf dem Vormarsch. Kurztripps zu den Metropolen dieser Welt und vibrierende Partynächte waren in Mode. Bloß nicht in der Singlebude hocken, wo einem womöglich die Decke auf den Kopf fiel.
In den Neunzigern schwappte dann endgültig die Fitnesswelle zu uns rüber. Es ging raus in die Natur – Radfahren, Joggen und Extremsportarten standen auf dem Programm. Hauptsache, man endete nicht als Couch-Potato auf dem heimischen Sofa.

Heute setzt die Kehrtwende ein. Sozialpsychologen haben einen neuen Trend ausgemacht. Was vorher noch verpönt war, wird auf einmal zur Lebenskunst: der Rückzug ins Private. Lesen Sie mehr

BaumTraum am TraumBaum

Baumhausabbildungen: baumraum

Ein Garten, ein geeigneter Baum und Andreas Wenning aus Bremen: In Kooperation mit Grünplanern und Baumfachleuten realisiert der Architekt Räume im Hoheitsgebiet unserer gefiederten Freunde. Statt dem Ergebnis von Papas Hammer, Nagel und Brettern überraschen Räume mit viel Komfort: Elektrizität, gedämmte Wände, Heizung, Miniküchen, Multimediaeinbauten. Die Wohlfühlräume im Blätterwerk der Baumkronen wecken Erinnerungen an Kindheitstage, Geheimnisse und Abenteuer – sind Rückzugsort in die Natur aus unseren künstlich klimatisierten Büroräumen.

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