Einer der aufwändigsten Beiträge im neuen Oktober-Heft von SCHÖNER WOHNEN (Fotostrecke dazu auf schoener-wohnen.de) zeigt die Renaissance romantischer, poetischer, verspielter Formen im Design. Lange waren sie ja tabu, der alles bestimmenden Funktionalität zuliebe. Eine These, die wir im Heft aufstellen, geht so: Erst allerneuste Technik erlöste die Designer von dem selbstgewählten Bannfluch, der ihnen alles Dekorative verbot.
Dazu gibt es ein spektakuläres Beweis-Video im internet. Die schwedische Designgruppe Front (die für Moooi genauso wie für Ikea märchenhafte Leuchtenfüße entwarf) demonstriert, wie aus purer Bewegung eine Form entstehen kann, möglich gemacht durch eine Verbindung zweier Techniken. Eine kommt aus dem Trickfilmbereich und importiert Bewegungen in die Abstraktion eines Computerprogramms – die dann über einen so genannten 3D-Printer in Kunststoff wiederum modelliert wird. Sehr faszinierend, man schaut in ein Stück Zukunft. Und die ist auch technisch gerne wieder verspielt.
Jetzt weiß ich, was Einstein mit „relativ“ meinte. Meine Vertragsänderung bei der Telekom dauerte Monate und ich habe mit mehr als zwanzig verschiedenen Hotline-Stimmen telefoniert. Einzelheiten erspar’ ich Ihnen, das kennt jeder und man nennt es relativ lange, langsam und langweilig. Dann die Überraschung: Das, was das neue System soll, baut sich in wenigen Minuten auf: Hunderte Fernsehprogramme kommen – ohne Antenne, ohne Kabelanschluss, ohne Satellitenschüssel – auf den Bildschirm. Das nenne ich relativ schnell. Alles durch die Telefonleitung, ein zusätzliches Gerät bucht sich dazu in das hauseigene Funknetz ein, das schon das drahtlose Internet ermöglichte. Keine Smart-Card, keine Konfiguration, kein Kennwort – das Gerät ist sozusagen selbst die Kennung, die Weitergabe an den Fernseher läuft über ein digitales („HDMI“-)Kabel.
Ich habe ein Problem; Seit über einem Jahr bin ich auf der Suche nach einer Lampe, die unseren Esstisch erleuchten soll. Obwohl ich hier sozusagen direkt an der Informationsquelle sitze (unser Archiv, in dem sich unzählige Prospekte über die neuesten Möbel- und Leuchten befinden, ist direkt neben meinem Büro), bin ich bis jetzt nicht fündig geworden. Mein Problem ist nicht der Leuchtenkörper, was das angeht bleiben ja wirklich keine Wünsche offen, sondern mein Problem ist der Kabelanschluss. Der kommt nämlich bei weitem nicht dort aus der Decke, wo er sollte. Würde ich die Lüsterklemme in ihrer jetzigen Position durch eine Leuchte ersetzen, hinge sie an der äußeren Ecke des langen Tisches. Das ist erstens nicht sehr zweckdienlich und sieht zweitens ziemlich doof aus. Hier sollten sich die Hersteller mal was einfallen lassen. Denn eigentlich habe ich keine Lust schon wieder eine Affenschaukel zu kreieren. Die sieht nämlich auch meistens ziemlich doof aus.
Wann immer ich eine neue Wohnung beziehe oder ein Zimmer neu einrichte, baue ich zuerst meine Musikanlage auf. Und jedes Mal ärgere ich mich maßlos darüber, dass meine Boxen nie so ganz in mein Wohnkonzept passen wollen. Trotz ihrer verhältnismäßig kleinen Größe erscheinen die schwarzen Kästen immer viel zu klobig und den Kabelsalat bekommt man auch nur mehr schlecht als recht hinter Fußleisten und Kabelkanälen versteckt.
Doch damit ist nun vielleicht bald Schluss.
Britische Ingenieure haben ein neues Lautsprechersystem entwickelt, das revolutionäre Anwendungsmöglichkeiten verspricht. Die so genannten Flat, Flexible Loudspeaker (FFL) sind gerade mal ein Viertel Millimeter dick, versprechen einen sehr zielgerichteten Klang und lassen sich mit jedem beliebigen Motiv bedrucken. Man könnte sie somit einfach als dekoratives Bild an die Wand hängen oder sie ganz einfach unter der Tapete verstecken. Und genau das käme mir sehr entgegen: Ich könnte endlich meine 7.1 Dolby Surround Anlage ohne sichtbare Boxen aufstellen. Genial oder?
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie wir wohl zukünftig leben und wohnen werden? Welche neuen technischen Errungenschaften können sich durchsetzen und es in unseren Alltag schaffen? Und wie werden diese neuen Erfindungen unser Leben beeinflussen?
Des Öfteren stelle ich mir diese Fragen. Dabei vergleiche ich gern die Zukunftsvisionen von damals mit der Realität von heute.
In den sechziger Jahren zum Beispiel waren flache, an der Wand hängende Fernsehgeräte pure Science Fiction. Heute gehören Plasma- und LCD-Fernseher schon fast in jeden Haushalt. Tragbare Telefone, die bequem in die Hosentasche passen, waren damals undenkbar. Jetzt können wir uns ein Leben ohne Handy gar nicht mehr vorstellen.
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