SCHÖNER WOHNEN – Redaktionsblog

Einträge getagged ‘Museum’ (8)

Ausstellung der Porzellanmanufaktur Reichenbach

Porzellanmanufaktur ReichenbachDreihundert Jahre Porzellan. Zum Geburtstag des weißen Goldes gab es eine Menge Rückblicke, wurden üppig verzierte Schüsseln und jede Menge kitschige Figuren präsentiert. Es geht auch anders. In Erfurt zeigt die Ausstellung “Neuer Glanz in alten Formen” bis zum 25. April 2011, dass traditionelles Handwerk hipp sein kann. Gerd Sommerlade sei Dank. Niemand kennt sich besser aus mit dem zerbrechlichen Porzellan als der Hamburger. Und niemand setzt es besser in Szene als der Kreative, der übrigens für SCHÖNER WOHNEN schon viele Tische gedeckt hat. Mittlerweile ist der Kenner auch der kreative Kopf von Reichenbach. Der Hamburger hat das ostdeutsche Unternehmen wach geküsst und wahre Schätze aus dem Archiv ausgegraben. Die kann man nun im Museum für Thüringer Volkskunde bestaunen, neben den außergewöhnlichen Geschirrentwürfen der Designikone Paola Navone und der ungewöhnlichen Friedensarmee von Gerd Sommerlade, die “Peace” verkündet. Vorbeischauen lohnt sich!

www.porzellanmanufaktur.net

Ausstellungstipp „Zlín – Modellstadt der Moderne“

www.baunetzwissen.deChefs gibt es in zwei Sorten. Chefs der einen Sorte erreichen ihr Chefbüro in der Chefetage über Treppenstufen. Chefs der anderen Sorte erreichen ihr Chefbüro in der Chefetage mit dem Lift. Und dann gab es noch Tomás Bat’a. Für ihn als Chef waren Chefbüro, Chefetage und Lift ein und dasselbe.

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Vitra Design Museum wird 20 Jahre alt

Vitra Design MuseumEigentlich hat man das Gefühl, es war schon immer da. Dabei zeigt das Vitra Design Museum in Weil am Rhein erst seit 20 Jahren Ikonen des modernen Möbeldesigns, ergänzt seine einzigartige Sammlung und schickt spektakuläre Ausstellungen rund um die Welt. Ein Konzept, mit dem es selbst zur Ikone wurde. Das Vitra Design Museum gehört zur internationalen Designszene wie der “Lounge Chair” von Eames in die gute Stube jedes Stilexperten. Doch Vitra Chef Rolf Fehlbaum schenkte uns mit der Eröffnung im November 1989 nicht nur den Blick auf jede Menge schöne Stühle, sondern auch den ersten Bau des kalifornischen Architekten Frank O. Gehry in Deutschland. Wir sind alle in den tiefsten Süden Deutschland gepilgert, um dieses schräge Bauwerk zu sehen. Ein Museumsbau, der selber Kunstwerk ist, auch das war neu und mutig. Alle, die es in den letzten 20 Jahren nicht geschafft haben, vorbeizuschauen, lädt das Museum zum Tag der offenen Tür ein. Am 8. November wird gefeiert, mit Führungen und einem Kinderprogramm von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Also, ab in den Süden! Es lohnt sich.

Vitra Design Museum
Charles-Eames-Straße 1
79576 Weil am Rhein

www.design-museum.de

Mit Kindern ins Museum “Louisiana”

VorleseraumIch war mal wieder im “Louisiana”, meinem Lieblingsmuseum in Humlebaek bei Kopenhagen. Natürlich gibt es da hochkarätige zeitgenössische Kunst und immer interessante Sonderausstellungen, aber der eigentliche Charme des Museums liegt in seiner exorbitanten Lage hoch über dem Øresund. Bei gutem Wetter kann ich mir keinen schöneren Flecken auf der Welt vorstellen, denn die verschiedenen Gebäude liegen in einem weitläufigen Park. Die Besucher sitzen auf breiten Treppen mit Blick aufs Wasser, Kinder streicheln die rundlichen Plastiken von Henry Moore oder krabbeln unter der Eisenskulptur von Alexander Calder hindurch. Es gibt ein Restaurant, einen Museumsshop und sogar einen Badestrand. Ich kann hier einen ganzen Ferientag verbringen, ohne mich zu langweilen.

Sensationell ist ein eigener Trakt nur für Kinder, der sich von der Museumsebene bis zu einem Teich mit Spielplatz über drei Etagen runterschraubt: mit Malschule, Computerterminals und Werkstatt. Dort habe ich einen kreisrunden Vorleseraum entdeckt. In der roten Rotunde kommt das Licht von oben, so dass die Kinder ganz konzentriert zuhören, und das Ganze ist möbliert mit dänischen Designikonen von Arne Jacobsen: den Stühlen “3107″ im Miniaturformat und dem berühmten “Egg Chair”. Kunst- und Geschmackserziehung gehen hier Hand in Hand.

www.louisiana.dk

Von der Bosheit des Ungeschmacks

www.museumderdinge.deWas die Sonne fürs Planetensystem, ist guter Geschmack für SCHÖNER WOHNEN: leuchtendes Zentrum von allem. Zuweilen juckt es einen, aus der Umlaufbahn auszubrechen, um mit voyeuristischen Wonnen in der Anderwelt des schlechten Geschmacks zu wildern.
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Mit dem Taxi ins Vitra Design Museum

Vitra Design MuseumAufmerksame Leser haben in Erinnerung, dass ich zuletzt mit der Straßenbahn in Basel unterwegs war – zur Fondation Beyeler. Nur wenige Kilometer und eine bezahlbare Taxifahrt entfernt, liegt das Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Bis zum 28. Februar 2010 ist dort die Ausstellung „Antikörper“ mit Arbeiten der Brasilianer Fernando und Humberto Campana zu sehen. Was sich so akademisch anhört, ist eine besonders fantasievolle, farbenprächtige und überraschende Schau, die ich jedem empfehle. Poppige Recycling-Möbel, witzige Skulpturen und ein Film, in dem die Campanas einen Spaziergang durch Rio de Janeiro machen – ich fand’s spannend. Aber auch das Museum ist eine Reise wert. Der amerikanische Architekt Frank Gehry hat es gebaut und weit mehr als einen reinen Ausstellungsraum geschaffen.
Auf keinen Fall versäumen: den Museumsshop! Er ist einer der schönsten in ganz Deutschland.

Funktionelles Design – Mart Stams S 43

Thonet StuhlIch mag Stahlrohrstühle. Am liebsten den Freischwinger S 43, den Mart Stam 1931 entworfen hat. Er ist klassisch-schön, vollkommen ohne Schnickschnack, bequem geformt und federt dezent, wenn man sich setzt, was ein angenehmes Gefühl der Leichtigkeit vermittelt. Für mich ist er mit seinem Gestell aus einem einzigen gebogenen Stahlrohr immer noch ein technisches Wunderwerk. Obwohl es ihn neuerdings auch in vielen Farben gibt, ist er mir in Schwarz am liebsten. Produziert wird er von der Firma Thonet im hessischen Frankenberg, bei der auch das künstlerische Urheberrecht für die Mart-Stam-Stühle liegt.

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Basel: Mit der Tram zu Giacometti

Mit der Tram zu GiacomettiTaxifahren ist zwar unkompliziert, aber irgendwie auch langweilig. Zur Fondation Beyeler in Basel fahren sowieso alle mit der Tram. Feine Pinkel und Studenten, Hausfrauen und Schüler. Alle sitzen gemeinsam in der Linie 6. Der Hinweis des BVBären, des Maskottchens der Baseler Verkehrsbetriebe, wird von vielen beherzigt und ältere Damen geben aufs Freundlichste Auskunft zur exakten Bezeichnung der Haltestellen. Nach einer Stadtrundfahrt mit zahlreichen Zwischenstops steigt man in Riehen an der Haltestelle „Fondation Beyeler“ aus – und steht im Grünen. Nebenan tuckert ein Trecker über die Wiese, Obstbäume tragen die ersten Kirschen, Frösche quaken im museumseigenen Teich. In dem 127 Meter langen modernen Bau von Renzo Piano werden gerade Bilder und Skulpturen von Giacometti ausgestellt (bis 31.10.2009). Ich empfehle: hinfahren, ansehen! Aber Basel ist auch aus anderen Gründen eine Reise wert. Mehr dazu im nächsten Blog.