Die beiden Münchener Architekten Andreas B. Maier und Josef Gose haben eine Outdoor-Bank erfunden, die, obwohl aus nur zwei Teilen komponiert, höchst komplexe, abwechslungsreiche Formen annehmen kann. “Polpo” heißt ihre weiche und bequem anmutende Sitzlandschaft, die dank ihrer starken Verjüngung nach unten zu schweben scheint. Die beiden Teile – “osso” (Knochen) und “giunzione” (Gelenk) – greifen wie Zapfen ineinander, benötigen also kein Bindemittel und keine Werkzeug, wohl aber einen Kran zum Aufstellen. Denn sie bestehen aus selbstverdichtendem Beton (”flowstone”) und nehmen eine Glätte an, die wie geschliffen und poliert aussieht. Er kann in allen Tönen eingefärbt, konturiert, gesäuert oder gestockt werden. Mit diesem Entwurf bereichern Maier und Gose die Sitzbankpalette für Parks, Plätze, Bäder und Restaurants um ein gleichermaßen elegantes, sinnliches wie vielseitiges Modell. Der Kontrast zwischen Massivität und Schwerelosigkeit könnte kaum größer sein. Schwer und leicht sind eins geworden.
www.pezzoperpezzo.de
Tags: Architektur, Design, Möbel
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Winzerhaus der neuesten Generation: Im idyllischen Ratsch, kurz vor der slovenischen Grenze in der Steiermark, bauten sich die Dielachers ein Haus, das sich komplett selbst mit Strom und Wärme versorgt. Die Erd-Wärmepumpe bezieht ihren Strom einerseits von Photovoltaikmodulen, die bereits in der Entwurfsphase von den Architekten (Albertoni/Wien) in die moderne Architektur einbezogen wurden (auf dem Vordach des unteren Kubus), andererseits von semitransparenten Modulen, die unsichtbar in das imposante Glasdach der Terrasse integriert sind.

Die Dünnschichtmodule von KW-Solar aus Graz bringen zwar ungleich weniger Leistung als die Solarzellen, dafür erlauben sie aber ein homogen transparentes Erscheinungsbild der Verglasung und es entstehen keine Schlagschatten. Das 240 qm große Haus erreicht quasi Passivhaus-Standard, will diesen aber gar nicht erreichen. Denn es wurde bewusst auf eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verzichtet. Viel wichtiger war den Bewohnern die großzügige Ausgestaltung ihrer Freilufträume – der 180 qm großen Terrasse – und der teils haushohen Verglasungen, die Innen und Außen zusammenfließen lassen. Außerdem thront das Haus auf einem Berg mit entsprechendem Luftzug.
www.albertoni.at
Tags: Architektur, Bauen, Passivhaus
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Mit seiner runden Klappe, seinen sichtbaren Beschlägen, Schrauben und Hebeln erinnert “Firecube” an eine alte Dampfmaschine. Sein Rauchrohr gleicht einem Schornstein – eine Lokomotive für den Hausgebrauch. Die nostalgisch anmutende Feuermaschine aus den Kindertagen des Industriezeitalters ist jedoch alles andere als Romantik: “Firecube” ist ein hochmodernes Baukastensystem für Festbrennstoffe, mit dem man außer heizen auch Zentralheizungs- und Brauchwasser wärmen, kochen und backen kann. Die handwerklich gefertigten Module können kombiniert werden – auch Jahre später kann man seinen Ofen mit Warmwassererzeugung mit einem Backmodul erweitern. Trotz seiner maximalen Leistung von 13 kWh eignet sich der “Firetube-water” auch für den Einsatz im Passivhaus: Ummantelt man sein Gehäuse, kann man seine Wärmeabgabe an den Raum auf 500 Watt begrenzen. Das Wasser aus dem Pufferspeicher reicht zum Duschen, Baden und Abwaschen. In Niedrigenergiehäusern bewährt sich “Firetube” eingebaut in einen Kachelofen – dann gibt er seine Wärme reduziert, zeitverzögert aber stetig ab (ab 4.900 Euro).
www.firetube.de
Tags: Bauen, Heizen, Kamin
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„Solar-Decathlon“ heißt der wichtigste internationale Solarhaus-Wettbewerb, der seit zwei Jahren vom amerikanischen Energieministerium ausgelobt wird. Zum zweiten Mal in Folge hat das Solarhaus der TU-Darmstadt den studentischen Wettbewerb von 20 Teams gewonnen. Das energieautarke Haus war probeweise im Sommer in Darmstadt aufgebaut worden, um später im Oktober nahe des Weißen Hauses auf der National Wall in Washington zu demonstrieren, dass es in allen elf (!) Disziplinen das sparsamste, behaglichste und zuverlässigste Solarhaus ist. Der zweigeschossige Holzbau besticht laut Forschungsinitiative „Zukunft Bau“ durch hohen Komfort und ansprechende, moderne Architektur. Mit der durch unterschiedliche Photovoltaik-Technologie gewonnenen Energie wird über eine Wärmepumpe das 75 qm große Haus geheizt und gekühlt.
www.solardecathlon.tu-darmstadt.de
Tags: Architektur, Bauen, Solarhaus
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Norwegische Architekturstudenten haben innerhalb eines karitativen Projekts nahe der thailändischen Grenze zu Birma Bambushütten für Flüchtlings- und Waisenkinder entworfen. In jedem der von ortsansässigen Handwerkern vorgefertigten Häuschen können sechs Kinder im Vorschulalter schlafen. Die Wellblechdächer sind so geformt, dass sie Regenwasser auffangen. Ihre Bambuswände sind so durchlässig, dass sich im Innern keine Hitze stauen kann. In dieser tropischen Region herrschen Tag und Nacht 30 Grad und mehr. Die Entwürfe sind auch als Produktentwicklung für das heimische Handwerk gedacht. Konstruktion und Design sind so vereinfacht, dass ausschließlich nachwachsendes, direkt im Urwald zu beschaffendes Material verwendet werden kann.
www.tyintegnestue.no
Tags: Architektur, Design, Unterwegs
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Hoyerswerda wird bis 2015 von den ursprünglich 70.000 auf 20.000 – 30.000 Einwohner geschrumpft sein. In den letzten Jahren mussten viele der weitgehend leer stehenden, elfgeschossigen Plattenbauten im Zentrum von Hoyerswerda abgerissen werden. So entstanden große Brachflächen, das Zentrum der so genannten Konrad-Zuse-Stadt (Erfinder des Computers) drohte verloren zu gehen. Muck Petztet Architekten aus München schlugen vor, eines der Plattengebäude zum neuen Wahrzeichen aufzurüsten und sogar als Aussichtsplattform für jedermann aufzuwerten.
Das Gebäude wurde aufwändig und komplett saniert, wärmegedämmt und mit einem originellen, symbolhaften Begrünungskonzept zum neuen Highlight der gebeutelten Stadt: kreuz und quer, von Fenster zu Fenster wurden diagonal Drahtseile verspannt, an denen nun Winden, Wilder Wein und Knöterich wachsen. Der “Lausitztower” erhielt 2007 den Deutschen Bauherrenpreis “Hohe Qualität – tragbare Kosten”.
www.mp-a.de
Tags: Architektur, Plattenbau, Sanierung
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Vor Kurzem weihte die Londoner Designerin Gitta Gschwendtner ihre „animal wall“ in Cardiff ein. Das ist eine gut 50 Meter lange Wand mit Nisthöhlen und Brutplätzen für 1.000 Vögel – eine glatte Weltneuheit.
Cardiff, die Hauptstadt von Wales, renoviert seit Jahren ihren Hafen bzw. den angrenzenden Küstenstreifen. Die „Cardiff Bay“ ist das längste Hafen-Entwicklungsgebiet Europas. Die Bautätigkeiten zerstörten allerdings die natürliche Lebensgrundlage zahlloser Vögel und Fledermäuse. Zusammen mit Tierschützern und Ökologen wurde nun dieser urbane Lebensraum für die fliegenden Bewohner der „Century Wharf“ – so heißt eine neue Wohnanlage in Ufernähe – entwickelt: eine Holzkonstruktion mit Betonüberzug, „woodcrete“ genannt. Auch das eine Weltneuheit.
www.gittagschwendtner.com
Tags: Natur, Neues, Unterwegs
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Zum Londoner Stadtbild gehören improvisierte Zeitungsstände mit handgemalten Plakaten. Die oft wackligen Boxen, Buden oder Aufsteller werden täglich an U-Bahn-Eingängen, Straßenecken und vor Kaufhäusern aufgeschlagen. Ihr Angebot ist dürftig, meist auf Tageszeitungen beschränkt. Londons Stadtverwaltung sind diese fliegenden Händler seit langem ein Dorn im Auge und so wurde das Architekturbüro Heatherwick mit dem Entwurf einer dauerhaften und aufgeräumten Lösung beauftragt. Herausgekommen ist ein cleverer, ansehnlicher Kiosk mit einer sich nach unten verjüngenden Messingoberfläche, die dem 2,5 m hohen Häuschen eine äußerst edle Ausstrahlung gibt. Die 35.000 Euro teuren Kioske können eine Längsseite komplett öffnen und bieten dem erhöht stehenden Verkäufer sowohl Übersicht wie Schutz vor der Witterung. Die Türen verschwinden dank eines ausgeklügelten
Mechanismus ganz im Baukörper. Die Rückseite ist flach, sodass dieser Verkaufsstand auch vor Fassaden oder Mauern aufgestellt werden kann. Von den schmucken, ans Art déco erinnernden Häuschen erhofft sich die Stadtverwaltung auch mehr Respekt von Sprayern und Vandalen, denn die – das belegen Studien – verschonen oft schön Gestaltetes.
www.heatherwick.com
Tags: Architektur, Design, Unterwegs
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