SCHÖNER WOHNEN – Redaktionsblog

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Ausstellung der Porzellanmanufaktur Reichenbach

Porzellanmanufaktur ReichenbachDreihundert Jahre Porzellan. Zum Geburtstag des weißen Goldes gab es eine Menge Rückblicke, wurden üppig verzierte Schüsseln und jede Menge kitschige Figuren präsentiert. Es geht auch anders. In Erfurt zeigt die Ausstellung “Neuer Glanz in alten Formen” bis zum 25. April 2011, dass traditionelles Handwerk hipp sein kann. Gerd Sommerlade sei Dank. Niemand kennt sich besser aus mit dem zerbrechlichen Porzellan als der Hamburger. Und niemand setzt es besser in Szene als der Kreative, der übrigens für SCHÖNER WOHNEN schon viele Tische gedeckt hat. Mittlerweile ist der Kenner auch der kreative Kopf von Reichenbach. Der Hamburger hat das ostdeutsche Unternehmen wach geküsst und wahre Schätze aus dem Archiv ausgegraben. Die kann man nun im Museum für Thüringer Volkskunde bestaunen, neben den außergewöhnlichen Geschirrentwürfen der Designikone Paola Navone und der ungewöhnlichen Friedensarmee von Gerd Sommerlade, die “Peace” verkündet. Vorbeischauen lohnt sich!

www.porzellanmanufaktur.net

Weiches Wasser, direkt aus dem Hahn

BritaSie machen sich auf der Küchenarbeitsplatte breit, sie kosten Geld und angeblich sollen sie unhygienisch sein: Wasserfilter. Trotzdem steht einer bei mir in der Küche. Brita hat ihn mir vor einigen Jahren geschenkt und seitdem habe ich alle meine Vorurteile über Bord geworfen. Warum? Weil mein Tee einfach viel besser schmeckt und mein Wasserkocher nicht mehr verkalkt. Seitdem weiß ich: Wasserfilter sind nützlich. Schön, dass Brita nun auch das Platzproblem gelöst hat. Ab sofort gibt es ein neues Filtersystem, das unter dem Spülbecken installiert werden kann und das weiches Wasser direkt aus einem zusätzlichen Hahn fließen lässt. Ein akustisches Signal meldet sich, wenn die Kartusche getauscht werden muss. Damit wäre auch das Hygieneproblem gelöst. Das Starterset  von “On Line Active Plus” mit zusätzlicher Zapfstation und Filterkartusche kostet 199 Euro. Demnächst muss wohl die Glaskaraffe mit dem integrierten Filter den Platz auf unserer Arbeitsplatte wieder frei machen, dann fließt bei uns nämlich literweise weiches Wasser direkt aus dem Hahn.

www.brita.de

Die beste Bettwäsche: Stoffkontor garantiert gute Nacht

stoffkontor
Es gibt große Karos, kleine Karos, breite und schmale, es gibt eine ganze Menge Karos bei Edda Rabe in ihrem kleinen Hamburger Bettwäsche-Shop. Langweilig? Nein, Karos auf Bettwäsche können ganz schön spannend sein. Und so attraktiv, dass selbst ich fast zur Karobettwäsche statt zum garngefärbten Baumwolldamast in Uni gegriffen hätte. Es lohnt sich, im “Stoffkontor” einmal vorbeizuschauen, das gut versteckt im Kaufmannshaus sein Zuhause hat. Stoffkontor, der Name erinnert an ehrbare Hamburger Kaufleute, an edles Tuch, an Qualität. Und in der Tat, im “Stoffkontor” findet man noch Wäscheknöpfe, Stoffbeutelverpackungen, weiße Wäsche, die so fest verzwirnt ist wie zu Großmutters Zeiten und einen großen Verkaufstresen, auf dem Edda Rabe das edle Tuch aus fein geordneten Fächern dem Kaufinteressenten mit Leidenschaft vorlegt. Hier gibt es nichts von der Stange. Edda Rabe lässt die Stoffe für ihre Wäsche in Europa nach eigenen Entwürfen weben, in Deutschland werden sie dann zu Bettbezügen, Laken und Schlafanzügen konfektioniert. Klar, dass Sonderanfertigen kein Problem sind, wenn man nur etwas Geduld mitbringt. Auf die Bettwäsche-Fashion zu warten, fällt allerdings schwer. Obwohl man sich ruhig Zeit lassen kann, denn die Muster und Farben sind so zurückhaltend, dass man ein ganzes Leben lang darin liegen mag. Wer nicht in Hamburg wohnt, kann trotzdem im “Stoffkontor” shoppen gehen und zwar im Onlineshop. Na dann, gut Nacht!

Stoffkontor Kaufmannshaus
Große Bleichen 31
20354 Hamburg
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10:00 – 19:00 Uhr, Sa 10:00 – 18:00 Uhr
www.stoffkontor-hamburg.de

Frauenzimmer

Frauen und ihre Räume, AT VerlagBin ich ein Spanner, weil ich es spannend finde, wie andere wohnen? Weil ich es liebe, in fremde Räume zu schauen? Jetzt im Sommer kann ich kaum in andere Wohnungen blicken. Die Sonne will nicht untergehen, das Licht wird erst spät eingeschaltet. Gut, dass ich die Zeit überbrücken kann und zwar mit einem neuen Bildband. Die Fotografin Sabine von Breunig und die Autorin Martina Fuchs haben fremde Fenster und Türen geöffnet und zeigen die Räume von 16 Frauen.

Katharinas Zimmer zum Beispiel, die es still und ruhig mag oder die Wohnung der Amerikanerin Susan, die mir fast den Atem nimmt. Schick oder schlicht, farbige oder weiße Wände, was die beiden zusammengetragen haben, sind interessante Einblicke in ganz persönliche Zimmer. Warum ein Rückzugsort wichtig ist und wie man sein Refugium findet, das erklärt Martina Fuchs in einem über 60 Seiten starken Infoteil, der den Fotos vorangestellt ist. Ein eigener Raum ist kein Luxus, so das Fazit, sondern lebensnotwendig und verdammt spannend.

“Frauen und ihre Räume”
AT Verlag, ca. 29,90 Euro

Anpfiff! “Richard” in Hamburg mit erster Kollektion

SitzsackIch bin überrascht. Richard hat ein Herz für Fußballfans? Ein Ästhet nimmt sich dem schnöden Ballspiel an? Seitdem ich vor zwei Wochen die drei Stufen zum kleinen Laden in der Hamburger Wexstraße hochgestiegen bin, weiß ich: Fußball kann schön sein, oder besser gesagt Fußbälle. Bei Richard glänzen sie in feinem Silber und zeigen wahre Größe. Im XL-Format kann man sie besitzen. Sie sind handgefertigt, alles Unikate, natürlich nicht ganz billig, aber schließlich einzigartig. Mit den Sitzmöbeln aus Kunstleder feiert der Meister des guten Geschmacks den Auftakt zur Fußballweltmeisterschaft und einer ganzen Serie von Kleinmöbeln und Accessoires. Richard hat sein Versprechen also gehalten. Endlich entwirft und produziert er Schönes zum Wohnen selber, wie zum Beispiel die runden Poufs. Auf ihnen kann man Platz nehmen, wenn man nicht dem Fußballfieber verfallen ist. Gefertigt werden sie per Hand von der Polstermeisterin Sabine Herms. Passende Kissen gibt es auch schon. Ganz sicher, die Kollektion wird ein Treffer.

Fußballsitzsack 80 cm ø: ca. 360 Euro
Poufs 50 cm ø, Höhe 35 cm: ca. 340 Euro
Kissen 40 x 40 cm: ca. 95 Euro
Kissen 50 x 50 cm: ca. 105 Euro
www.richardhamburg.com

Tiere in Acryl: Der kleine Zooladen

www.derzooladen.de

Sind Sie tierlieb? Thomas Tannenberg scheint es zu sein. Der Hamburger hat nämlich einen Zooladen eröffnet. Und zwar im Internet. Dort gibt es Katzen, Hunde, Fische, bunt, fröhlich, 5 bis 50 cm groß und bereits ab 15 Euro zu haben. Sie werden es ahnen. Wer ein Tierfreund ist, verkauft Vierbeiner nicht im Internet. Thomas Tannenbergs Lieblinge sind aus Holz und Acryl. Der Künstler will Kunst in Wohnungen bringen. Und zwar in alle, nicht nur in die, deren Nettoeinkommen über 3.000 Euro im Monat liegt. Deshalb sind seine Unikate klein, aber erschwinglich. Sie können also sammeln, so lange, bis Ihre Wände voll und der private Zoo perfekt ist.

www.derkleinezooladen.com

Ado, die Gardine mit der Goldkante

www.ado-goldkante.de

“Was macht eigentlich Ado?”, fragte mich eine Freundin letztens beim Spazierengehen. Die Generaton 40 plus erinnert sich bestimmt. Die freundliche Marianne Koch legte uns Mitte der 1970er Jahre eine Gardine ans Herz, deren Markenzeichen ein eingewebter goldener Faden war. Eine geniale TV-Werbung, die eine ganze Generation prägte, ein Stückchen Stoff zum Inbegriff des gehobenen Wohnens machte und Ado eine Markenbekanntheit von 90 Prozent bescherte. Das ist lange her. Wo sind die Gardinen mit der Goldkante geblieben?

Ich weiß es, schließlich habe ich gerade die Messe “Heimtextil” in Franfurt besucht. Ado stellte dort seine neuesten Dekorationsstoffe aus und zwar auf einem riesigen Stand. “Und”, fragte meine Freundin neugierig, “wie sehen die heute aus?” “Marianne Kochs Gardine gibt es immer noch”, lautete meine Antwort. Ich habe sie gesehen. Doch wer will die heute schon ans Fenster hängen. Mein Interesse weckten auf dem Ado-Stand eher witzige Fadenvorhänge, Stoffe mit glitzernden Swarovski-Steinen und Entwürfe vom Papst der Aerodynamik, Luigi Colani; die gibt es bei Ado nämlich auch. Ado hatte ich übrigens die letzten zehn Jahre immer im Blick. Schließlich hängen bei meinen Eltern Vorhänge der Marke mit der Goldkante am Fenster. Champagnerfarben und schon ab Werk mit einem praktischen Bleiband versehen, sperren sie Sonne und Blicke am Fenster bei Bedarf aus, und sie sind alles andere als von gestern.

www.ado-goldkante.de

Schöner shoppen: Richard Hamburg

Fotos: Jona Laffin

Fotos: Jona Laffin

Erinnern Sie sich? In einem unserer letzten Hefte haben wir Ihnen gezeigt, wie man seine Bilder richtig und schön aufhängt. Oder besser gesagt, Richard hat es Ihnen vorgemacht. Seit Jahren richtet Richard Lotzmann Räume für SCHÖNER WOHNEN ein. Jetzt können Sie den Stil des Einrichtungsprofis auch kaufen. RICHARD Hamburg hat seine Türen geöffnet. Damit wird ein Traum für den Produzenten und Stylisten wahr. Jahrelang war er auf der Suche nach dem geeigneten Ladenlokal. Endlich hat er es gefunden, in der Wextraße. Dort gibt es nun ausgewählte Kleinigkeiten, Möbel, Geschirr, Vasen, Fotokunst und die schönsten Windlichter. Die glänzen seit einer Woche golden auf meinem Esstisch. Eigentlich sollten sie ein Weihnachtsgeschenk für meine Schwester werden. Leider konnte ich mich nicht von ihnen trennen. Ich muss wohl noch einmal bei Richard vorbeischauen. Dass sollten Sie auch tun. Es lohnt sich, und vielleicht haben Sie Glück und Richard begrüßt Sie freundlich hinterm Tresen.

Öffnungszeiten:
Mo-Fr: 11-19:00
Sa: 11-16:00

RICHARD Hamburg
Wexstr. 32a
20355
Tel. 040/38647502
www.richardhamburg.com