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Antwerpen: Bauen auf kleinstem Raum

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Einstige Restflächen, ehemals unbebaubare Grundstücke, Hauslücken – in deutschen Großstädten werden heute selbst die schmalsten Flächen bebaut. Auf kleinstem Raum entstehen so wunderbare Häuser, die dennoch – oder gerade deshalb – eindrucksvolle Architektur hervorbringen. Stichwort für dieses Phänomen: Stadtverdichtung. Wer jedoch denkt, das sei ein ganz neuer Architektur-Trend, der liegt falsch – und sollte einmal Antwerpen besuchen.

Ich war kürzlich zu einem Kurzbesuch in der belgischen Hafenstadt. Bei meinem Bummel durch die Straßen beeindruckte mich immer wieder die gelungene Raumnutzung der Innenstadt. Hier wird keine Fläche verschenkt. Und das, ohne dass die Straßen ihren Charme verlieren. Der Trick: Vor allem kleine Gebäude mit unterschiedlichen Höhen prägen das Straßenbild. Schon die historischen, mehrere Jahrhunderte alten Gilde-Häuser am Grote Markt machen es vor und strecken sich schmal in die Höhe. Aber auch in weiter entfernten Seitenstraßen stehen schlanke historische Gebäude dicht an dicht. Und anscheinend wurde diese Bauvorgabe konsequent über die Jahrhunderte fortgeführt.

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Auch Neubauten orientieren sich nämlich daran, schmal, raumsparend und Wand an Wand zu bauen. So schmiegen sich die historischen Bauten an ebenso kleine Neubauten an. Diese Vielzahl an unterschiedlichen und uneinheitlichen Häusern verleiht den Straßen ihr lebendiges Aussehen. Ungewöhnlich ist es daher auch nicht, dass sich zwei Häuser in harmonischer Eintracht eine Fläche teilen, die in deutschen Städten gerne einmal jahrelang brach gelegen hätte. Eben weil sie für ein Haus eigentlich fast zu klein wäre. In Antwerpen ist das jedoch kein Problem.

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Mein persönlicher Favorit ist aber ein schlichter, schwarzer Neubau gewesen, der sich als gelungene Füllung zwischen zwei Häusern einschmiegt. Auch hier ist die Raumnutzung wieder ideal. Oben beschert eine Dachterrasse schöne Aussicht und unten kann sogar noch ein Auto hineinfahren. Die Eingangstür wurde kurzerhand mit in die Toreinfahrt integriert. Musste sie auch. Ansonsten hätte sie in dem nur wenige Schritte breiten Haus einfach keinen Platz mehr gefunden.

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