
“Keep calm and carry on” – das passt eigentlich immer! Darum findet man den Spruch mittlerweile fast überall: auf T-Shirts, als Bildschirmhintergrund, als Schlüsselanhänger oder ganz klassisch als Poster an der Wand. Wer jedoch denkt, dass diese philosophische Weisheit eine Erfindung der heutigen Zeit ist, der irrt.
Genau genommen ist es auch keine Weisheit, sondern ein Propagandaspruch. Aber alles der Reihe nach: Das Poster mit der hoffungsvollen Botschaft hat nämlich schon einige Jahre auf dem Buckel. Es stammt aus dem Jahr 1939. In dieser Kriegszeit ließ die britische Regierung eine Serie von Propaganda-Postern drucken, um mit aufbauenden Sprüchen die Bevölkerung zum Durchhalten zu motivieren. Sie waren zweifarbig, mit der Krone von George dem VI. verziert und hatten eine klare Botschaft. Das dritte Plakat lautete “Keep calm and carry on”, was jedoch nie zum Einsatz kam. Man hielt es damals für noch größere Krisen, wie etwa die Invasion, zurück.
Erst über 50 Jahre später entdeckte der Buchhändler Stuart Manley aus dem nordenglischen Alnwick das Plakat in einem staubigen Karton, den er auf einer Auktion ergattert hatte. Ihm und seiner Frau Maria gefiel es so gut, dass sie es in ihrem Secondhand-Buchladen Barter Books aufhängten und unwissentlich die Erfolgsgeschichte des “Keep Calm Posters” starteten. Immer mehr Kunden fragten nach einer Kopie und schon bald verkauften die Manleys zahlreiche nachgedruckte Exemplare.

Die klare und simple Botschaft von damals scheint auch heute noch die Menschen zu berühren und vor allem zu inspirieren. So gibt es neben dem originalen Spruch auch zahlreiche Abwandlungen. Meine persönlichen Favoriten sind zurzeit der Latex-Print von heyhey und der Handdruck von Ply. Das klassische “Keep Calm Poster” lässt sich in diversen Farben beispielsweise bei der Keep Calm Gallery bestellen.
Und wer bewegte Bilder den statischen vorzieht, der kann sich die kleine Geschichte des “Keep Calm Posters” auch in diesem Video ansehen. Ich hingegen bleibe nun ganz ruhig und widme mich den nächsten Wohnthemen.
Letzte Kommentare