
Der Monitor: Wir starren täglich stundenlang auf ihn, füllen seine Ordner, räumen um und lassen Unnötiges im Papierkorb verschwinden. Damit der Schreibtisch auf dem Schreibtisch auch zum Hingucker wird, haben sich die Betreiber des Designblogs “Designmilk” etwas Hübsches einfallen lassen: Jeden Monat gibt es einen neuen Desktop als kostenlosen Download.
Doch der Reihe nach. Wie bei so vielen Menschen schlummert auch in mir ein Ästhet. Ich stelle ihn mir als kleines Männchen in einem schwarzen Designeranzug vor, der ein äußerst schickes Appartement direkt über meiner Stammhirnrinde bewohnt. Er lebt relativ zurückgezogen. Aber manchmal wirft er doch einen Blick nach draußen und beäugt kritisch die Umgebung.
Das letzte Mal hat er das getan, als ich gerade am Schreibtisch saß, und sein prüfender Blick fiel auf den einfarbigen Desktop meines Computers. “So nicht, Madame”, nörgelte er, rümpfte die Nase und zog sich wieder in sein Appartement zurück.
Das ist jetzt etwa ein Jahr her. Seitdem habe ich den inneren Drang, meinen Desktop hin und wieder mit hübschen Bildern zu schmücken. Fündig werde ich regelmäßig auf dem Designblog “Designmilk“.

Dort gibt es neben Neuigkeiten aus der Möbel-, Architektur-, Kunst- und Modewelt auch jeden Monat einen neuen Designer-Desktop. Dabei greifen Grafiker, Künstler und Illustratoren in die Trickkiste und entwerfen schicke Bildschirmhintergründe. Die stehen alle kostenlos in verschiedenen Maßen zum Download bereit. Auch iPhone und iPad kommen dabei nicht zu kurz.
Gemeinsam ist allen Desktops, dass sie sich stets um ein anderes Zitat drehen. So finden sich darauf bekannte Sprüche von Charles Eames, Karl Lagerfeld, William Shakespeare, Coco Chanel oder Philippe Starck.

Seit mein Bildschirm heraus geputzt ist, hat sich auch der kleine Ästhet nicht mehr blicken lassen. Dafür kommen hin und wieder Kollegen vorbei und bedenken meinen Desktop mit lobenden Worten. Netter Nebeneffekt: unnötige Dokumente und Ordner versauern nicht mehr auf dem Schreibtisch, sondern landen gleich im Papierkorb. Was so ein kleiner Ästhet im Kopf doch alles bewirken kann…
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