Bin ich froh, dass wir heute nicht mehr 1985 haben. Damals war ein großes Musikrack mit etlichen HiFi-Bausteinen und raumgroßen Boxentürmen das Nonplusultra für gepflegten Musikgenuss im Wohnzimmer. Die Geräte standen im Vordergrund, der Musikgenuss war dazu da, um den Besuchern zu zeigen, welche raffinierten Technikspielereien man besitzt.
Heute sind die Zeiten glücklicherweise vorbei. Technik ordnet sich jetzt dem Wohnkomfort unter und versteckt sich geschickt, wie man auf der imm cologne derzeit sehen kann. In den Farben Weiß, Grau, Grün oder Schwarz wirken die beiden Flachlautsprecher mit integrierter Minianlage des französischen Herstellers Parrot eher wie Skulpturen als herkömmliche Boxen fürs Wohnzimmer. In der sich nach oben verjüngenden Basis befindet sich ein ordentlicher Basstöner, oben sitzen flache Membranen, die die Höhen und Mitten erzeugen – und sie 360 Grad um die Lautsprecher herum abstrahlen.
Kabel: Fehlanzeige. Alles wird über Bluetooth oder WLAN vom Rechner oder Mediacenter übertragen. Und für iPod oder iPhone gibt es eine Dockingstation auf der Oberseite. Entworfen hat diese wohnliche Musikanlage kein geringerer als Design-Großmeister Philippe Starck.
Noch einen Schritt weiter hat sich der Musikmöbelhersteller Finite Elemente vorgewagt. Bei dem Soundboard „Hohrizontal 51“ ist alles für den Musikgenuss in ein nur 5,1 Zentimeter hohes Regalboard integriert. Zwei Lautsprecher mit je 25 Watt Ausgangsleistung sitzen dezent an der Vorderseite, wo sich auch ein Infrarot-Auge für die Fernbedienung befindet. Auf der Oberseite gibt’s auch hier wieder eine Dockingstation für iPod & Co. Weitere Anschlussmöglichkeiten befinden sich im Korpus.
Trotz Messelärm überzeugten diese tönenden Regalböden mit ausgewogenem Klang. Zwischen herkömmliche Regalböden angebracht, lässt sich alles musikalische Equipment in einer Bibliothekswand verstecken oder dient in sechs Lackvarianten oder mit Walnuss-Furnier als schöne Stellfläche für Accessoires und Bilderrahmen. Schön, dass wir 2010 haben!


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