… ist eines der wunderbaren deutschen Wörter, die, um Präzision bemüht, eigentlich nur Verwirrung stiften: Wieso Tonne? Wieso Tasche? Warum Federkern? Nur der Experte versteht wirklich: Bauchig geformt, also tonnenförmig, können die Stahlfedern im Kern einer solchen Matratze sein (müssen sie allerdings nicht, die Tonnenform macht sie jedoch elastischer). Der Begriff „Tasche“ ist ebenso verwirrend. Damit die Stahlfedern nicht durch die Auflagenschicht zu spüren sind, werden sie in „Taschen“ eingenäht, allerdings nicht einzeln, sondern in Taschenreihen, die zusammengefügt den Federkern einer Matratze ergeben.
Die Engländer machen es sich da viel einfacher. Sie sagen einfach „box-spring“ und schaffen es sogar, damit ein ganzes Bettsystem, bestehend aus Federkernober- und -untermatratze, die sich oft in einem Holzkasten befindet (daher Box), zu bezeichnen. Wir haben kein Wort dafür, es sei denn Tonnentaschenfederkernmatratzensystem. Ein hässlicher Name für höchst luxuriöse Betten wie man sie zum Beispiel von Treca de Paris, Schramm oder Hästens bekommt. Ich weiß: Deutsch ist eine sehr schöne Sprache, die Sprache von Goethe, Schiller, Hegel und Marx … Aber die Herren schliefen auch noch nicht auf Tonnentaschenfederkernmatratzen Also: Anglizismen sind klasse, wenn sie das Leben einfacher machen!
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