SCHÖNER WOHNEN – Redaktionsblog

Archiv für Juni 2009 (8)

Kunst über den Dächern von Linz

Linz

Foto: Pertlwieser/StPl

Es ist wieder so weit: Sommerzeit, Urlaubszeit. Somit auch Zeit für die Frage: „Was machen wir im Urlaub? Wohin geht’s? Und wie lange? Pauschalurlaub? Städtetrip oder doch die Survivaltour?“ – Viele Fragezeichen, das Internet sollte helfen! Bei der intensiven Suche bin ich schließlich über etwas gestolpert, dass ich diesem Blog nicht vorenthalten möchte.

Allen Österreich-Fahrern, vor allem den Linznahen, sei der „Höhenrausch“ ans Herz gelegt. Ich habe ihn selber noch nicht erlebt, aber wenn es mich bis Ende Oktober noch nach Linz verschlagen sollte, wird er ganz oben auf meiner To-Do-Liste stehen.

Der „Höhenrausch“ ist eine Ausstellung über den Dächern von Linz. Video-, Kunst- und Architekturinstallationen, u.a. von Erwin Wurm und Ricardo Jacinto, werden auf einem Parcours über der Stadt gezeigt. Das japanische Architekturbüro Atelier Bow-Wow hat zusammen mit Riepl Riepl Architekten die Ausstellungsarchitektur gestaltet. Definitiv eine Möglichkeit, Linz auf einzigartige Weise mit ganz neuen Perspektive zu erleben. „Höhenrausch“ ist noch bis zum 31.10.2009 zu sehen und kostet 10 Euro Eintritt.

Auf, Auf, ihr Dachwanderer!

Kunstausstellung OK Höhenrausch
www.ok-centrum.at/hoehenrausch

Gute Ideen fürs Landhaus-Bad

Landhaus-BadezimmerSelbst im Gartencenter kann man kreative Ideen fürs Bad finden. Neulich im „Garten von Ehren“ in Hamburg-Marmstorf stieß ich auf Waschräume, die eher an einen Kuhstall denken lassen. Und siehe da, es sah klasse aus. Ich stiefelte also mit meiner kleinen Digitalkamera hinter den Damen her, die aufs Häuschen gingen, und kam mir dabei etwas voyeuristisch vor. Ich beeilte mich sehr beim Fotografieren und erklärte parallel dazu, wofür ich dieses Foto bräuchte. Deshalb ist es nur ein Schnappschuss geworden, aber man erkennt die ungewöhnlichen Materialkombinationen, die den ländlichen Charme des Ganzen ausmachen: Rote Backsteinwände, davor eine halbhohe, weiß geschlämmte Putzwand, Türen aus Eiche, die wie Stalltüren daherkommen und ein schwarz-weißer Fliesenboden. Dazu schlichte Waschbecken wie Futtertröge und Armaturen mit Kreuzgriffen. Sogar die schwarzen Steckdosen aus Bakelit und die Lichtschalter (wie früher zum drehen) sind dem „Stall-Design“ angepasst. Sehr passend: Die vergitterten Leuchten und Spiegelrahmen aus Eiche. Das ganze Ensemble wirkt wärmer und gemütlicher als es das Foto zeigt, und ist darüber hinaus unverwüstlich und pflegeleicht. Hier hat sich ein Architekt wirklich ins Zeug gelegt und seine Idee konsequent umgesetzt. Ich finde das nachahmenswert, zum Beispiel im Ferien- oder Bauernhaus.

Lesehilfen

Der Mensch von heute hat viel Stress und zu wenig Zeit für sich, so dass er, sobald er ein Quentchen Zeit für sein privates Pläsier rausschlagen kann, den größtmöglichen Komfort sucht. Zum Entspannen gehört für viele von uns immer noch das gemütliche Lesen eines (dicken) Schmökers, wobei es anscheinend nicht so ist, dass das Lesen an sich schon zufrieden stellt. Auch hier gibt es Tücken und Fallen, die der moderne Mensch durch geniale Erfindungen zu umschiffen versucht.

Versetzen wir uns in die Situation einer lesenden Frau: Nachdem sie bereits das Buch aufgeschlagen, die Seite und die Stelle, an der sie zuvor aufgehört hat, wiedergefunden hat, wird sie das Buch über einen längeren Zeitraum in der Hand halten müssen und läuft dabei Gefahr, dass ihre Arme einschlafen oder die Finger kalt werden. Schrecklich, unzumutbar, einfach nur inakzeptabel – wo heute doch alles möglich zu sein scheint! Da ist es doch gut, dass sich mehrere Erfindergeister den Kopf für die Leserschaft zermartert haben und uns diese zwei Lesehilfen an die Hand geben.

Leselotte Da wäre zum einen die “Leselotte”. Ein niedlicher Name für ein niedliches und tatsächlich nützliches Produkt: Die Lotte ist ein mit Styroporkügelchen gefülltes Baumwollkissen, auf dem eine Hülle, in die zuvor das Buch hineingesteckt wurde, fest geklettet wird. So kann unsere Leserin in allen Positionen bequem lesen, ohne das Buch festhalten zu müssen, ergo, weder eingeschlafene Arme noch kalte Finger sind zu beklagen – gut gemacht! Ein Manko ist allerdings, dass man die Seiten nicht festklemmen kann. Sie müssen, vor allem bei neueren Büchern, festgehalten bzw. vorher geplättet werden, damit sie sich nicht andauernd von selbst zurück- bzw. umschlagen. Außerdem ist das Lesen in Rückenlage leider nicht möglich mit dem Lottchen.

smarbook-Lesehilfe Das zweite hier vorzustellende – Gerät – muss ich es nennen, ist das als Weltneuheit angepriesene “smartbook”. Diese Lesehilfe für Buch und Zeitschrift ist fürs Lesen im Liegen auf dem Rücken geeignet – sei es am Strand, auf der Wiese oder im Bett – sehr entspannend, wie unsere Probeleserin findet! Glücklicherweise kommt es in einer “coolen Strandtasche”, denn wenn Sie das “smartbook” einfach so mit sich herumschleppen würden, wäre das wohl eher uncool, womit wir auch schon beim wichtigsten Kritikpunkt wären: Das scheußliche Design setzt allerhand Assoziationen frei – ist es vielleicht ein Notenständer, eine Gehhilfe oder gar ein Wäscheständer?

Leider kann man kaum erkennen, was es eigentlich sein soll: eine moderne und damit notwendigerweise schön designte Lesehilfe. Denn ansonsten wäre die Verbindung, die unsere Leserin aufgrund des Namens “smartbook” automatisch zur Design-Koryphäe MacBook von Apple herstellt, nichts weiter als pure Satire, ein wahrhaftiger Schuss in den Ofen für das “smartbook”.

Mein Fazit: Beide Lesehilfen erfüllen ihren Zweck. In Sachen Funktionalität und Design wäre aber unbedingt ein Update bzw. eine 2.0er Version angesagt!

www.leselotte.com
www.dolphin-innovations.de/de/produkte/smartbook.html

Raststätten-Kunst

Raststätten-Kunst A7Neulich auf der A 7 zwischen Memmingen und Ulm: Ich war unterwegs für den Wettbewerb „HAUS DES JAHRES 2009“ und wollte nur schnell einen Kaffee trinken. Fahre auf die Raststätte Illertal-Ost und bin erst mal sprachlos im Auto sitzen geblieben. Statt vor einem der üblichen grauen und freudlosen Raststätten-Gebäude zu parken, bot sich mir ein Bild wie im Comic. Vor mir bunte Türme in Form von Schneckenhäusern, ein asiatisch angehauchtes Pagodendach, Fantasiefiguren aus rotbraunem Metall und geschwungene Hausmauern mit vielen bunten Verzierungen. Im ebenso lebhaft gestalteten Inneren erklärte mir die freundliche Kassiererin, dass dieses quietschbunte Gesamtkunstwerk von dem österreichischen Künstler Herbert Maierhofer stammt. Wirklich bemerkenswert, aber schön????? Macht auf jeden Fall schon vor dem Kaffee wach!
www.illertal.com

Gärtnern ohne Garten

Browsergame WurzelimperiumJetzt können Sie auch ohne ein eigenes Stück Land Obst und Gemüse ernten: Das Wurzelimperium macht es möglich. In diesem Browserspiel tauchen Sie ein in die Welt der Gartenzwerge und übernehmen die Parzelle von Gartenzwerg Willi Wurzel. Hier können Sie nach Herzenslust Salat, Erdbeeren und Kartoffeln anbauen. Wenn Sie fleißig sind und die Gewächse nach dem Pflanzen gewissenhaft pflegen, können Sie bald die erste Ernte einfahren. Radeln Sie in die kleine Stadt Wurzeltal und verkaufen Sie Obst und Gemüse auf dem Marktplatz. Hier können Sie übrigens auch mit anderen Mitspielern handeln, Gartendekorationen oder neue Pflanzen kaufen. Aber bleiben Sie nicht zu lange in der Stadt, sonst wächst ihnen das Unkraut in Ihrem kleinen virtuellen Gartenparadies über den Kopf!
Das Spiel ist kostenlos, läuft ohne zusätzliche Downloads oder Softwareinstallationen auf Ihrem Webbrowser. Im Forum bekommen Sie Ratschläge von anderen Mitspielern und schrebern mit ihnen um die Wette.

www.wurzelimperium.de

Stadt im Fluss

Strandbar HamburgIn Hamburg ist Architektursommer, und das heißt alle zwei Jahre: eine Fülle spannender Ausstellungen und Veranstaltungen rund um alles Gebaute. Hamburgs schönste Architektur-Tour finden Sie nicht im Veranstaltungsprogramm. Nehmen Sie die Fährline 62 und fahren Sie auf der Elbe nach Finkenwerder und zurück bis zur Haltestelle Sandtorhöft. Sie bekommen (für gerade mal 2,70 Euro pro Strecke) bequem vom Schiff aus 1 1/2 Stunden Highlights zu sehen, von tollen Büro- und Villen-Projekten (manche warten noch auf die Internetmillionäre vom vorvorigen Boom) bis zur schon recht weit fortgeschrittenen neuen Hafencity mit Elbphilharmonie. Und auch das ist Architektur, wenn auch auf Zeit und dieses Jahr recht klein auf den Landungsbrücken gequetscht: die einladend-legeren Beachlubs, die maritim-nördliche Antwort auf die bayrischen Biergärten. Schöner kann man eine Stadt im Fluss nicht erleben.

www.hadag.de/hafenfaehren.php
www.strandpauli.de
www.architektursommer.de

Alt trifft Neu in Münster

Factory Hotel MünsterVor ein paar Monaten ist meine beste Freundin nach Münster gezogen. Das war natürlich ein Grund, um mal wieder in der über 1.200 Jahre alten Stadt vorbeizuschauen. Gewohnt habe ich allerdings im ganz neuen und modernen „Factory Hotel“ nahe der Innenstadt. Das Design-Hotel wurde im letzten Winter eröffnet und ist in der ehemaligen Germania Brauerei untergebracht.

Um dem denkmalgeschützten Gebäude einen frischen Look zu verpassen, wurden viele industrielle Elemente verwendet, ohne die historischen Mauern zu verdrängen, die eine interessante Verbindung mit Beton und Stahl eingehen. Im modernen Teil des Gebäudes sind die Wände auf den Fluren aus nacktem Beton. „Das bleibt so und ist Teil des Konzepts“, erklärte man mir. Und obwohl auch auf den Zimmern Sichtbeton dominiert, ist es trotzdem sehr gemütlich. Ich habe mich auf jeden Fall sofort wohl gefühlt und es mir erst mal in einem der bunten Sitzsäcke bequem gemacht, die auf den Zimmern stehen. Abends waren wir im Restaurant „La Tapia“, das zum Hotel gehört. Vollgefuttert mit spanischen Tapas ging es weiter ins „Grey“. Der hoteleigene Club liegt im Keller des Hauses, was ziemlich praktisch ist. Am nächsten Morgen hatten wir Glück. Das Wetter war herrlich und wir konnten das Frühstück auf der Terrasse genießen, die neben einem (künstlich angelegten) See liegt. Doppel- und Einzelzimmer gibt es ab 59 Euro. Eine Suite kostet 99 Euro pro Nacht. Diese Aktionsrate gilt noch bis Ende des Jahres. Für das Frühstücksbuffet muss man extra bezahlen.

Factory Hotel
An der Germania Brauerei 5
48159 Münster
Tel.: 0251 41 88-0
mail@factoryhotel.de

www.factoryhotel.de

Mobiles Büro zum Arbeiten

Office-Pod“Living in a Box” hieß in den fernen achtziger Jahren der Hit einer gleichnamigen Popband Level 42. Ein Ohrwurm, der eigentlich nur aus dem griffigen Refrain “I’m living in a box“ bestand. Mein bester Freund und ich summten das Lied den ganzen Tag im Schulunterricht. Warum ich das erzähle: Seit Tagen geistert mir der eher einfach gestrickte Ohrwurm wieder im Kopf herum. Der Grund: die Geschäftsidee einer britischen Firma, die ziemlich genau dem Titel “Living in a Box” entspricht. Okay, wenn man es genau nimmt: “Working in a Box“!
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