Der Mensch von heute hat viel Stress und zu wenig Zeit für sich, so dass er, sobald er ein Quentchen Zeit für sein privates Pläsier rausschlagen kann, den größtmöglichen Komfort sucht. Zum Entspannen gehört für viele von uns immer noch das gemütliche Lesen eines (dicken) Schmökers, wobei es anscheinend nicht so ist, dass das Lesen an sich schon zufrieden stellt. Auch hier gibt es Tücken und Fallen, die der moderne Mensch durch geniale Erfindungen zu umschiffen versucht.
Versetzen wir uns in die Situation einer lesenden Frau: Nachdem sie bereits das Buch aufgeschlagen, die Seite und die Stelle, an der sie zuvor aufgehört hat, wiedergefunden hat, wird sie das Buch über einen längeren Zeitraum in der Hand halten müssen und läuft dabei Gefahr, dass ihre Arme einschlafen oder die Finger kalt werden. Schrecklich, unzumutbar, einfach nur inakzeptabel – wo heute doch alles möglich zu sein scheint! Da ist es doch gut, dass sich mehrere Erfindergeister den Kopf für die Leserschaft zermartert haben und uns diese zwei Lesehilfen an die Hand geben.
Da wäre zum einen die “Leselotte”. Ein niedlicher Name für ein niedliches und tatsächlich nützliches Produkt: Die Lotte ist ein mit Styroporkügelchen gefülltes Baumwollkissen, auf dem eine Hülle, in die zuvor das Buch hineingesteckt wurde, fest geklettet wird. So kann unsere Leserin in allen Positionen bequem lesen, ohne das Buch festhalten zu müssen, ergo, weder eingeschlafene Arme noch kalte Finger sind zu beklagen – gut gemacht! Ein Manko ist allerdings, dass man die Seiten nicht festklemmen kann. Sie müssen, vor allem bei neueren Büchern, festgehalten bzw. vorher geplättet werden, damit sie sich nicht andauernd von selbst zurück- bzw. umschlagen. Außerdem ist das Lesen in Rückenlage leider nicht möglich mit dem Lottchen.
Das zweite hier vorzustellende – Gerät – muss ich es nennen, ist das als Weltneuheit angepriesene “smartbook”. Diese Lesehilfe für Buch und Zeitschrift ist fürs Lesen im Liegen auf dem Rücken geeignet – sei es am Strand, auf der Wiese oder im Bett – sehr entspannend, wie unsere Probeleserin findet! Glücklicherweise kommt es in einer “coolen Strandtasche”, denn wenn Sie das “smartbook” einfach so mit sich herumschleppen würden, wäre das wohl eher uncool, womit wir auch schon beim wichtigsten Kritikpunkt wären: Das scheußliche Design setzt allerhand Assoziationen frei – ist es vielleicht ein Notenständer, eine Gehhilfe oder gar ein Wäscheständer?
Leider kann man kaum erkennen, was es eigentlich sein soll: eine moderne und damit notwendigerweise schön designte Lesehilfe. Denn ansonsten wäre die Verbindung, die unsere Leserin aufgrund des Namens “smartbook” automatisch zur Design-Koryphäe MacBook von Apple herstellt, nichts weiter als pure Satire, ein wahrhaftiger Schuss in den Ofen für das “smartbook”.
Mein Fazit: Beide Lesehilfen erfüllen ihren Zweck. In Sachen Funktionalität und Design wäre aber unbedingt ein Update bzw. eine 2.0er Version angesagt!
www.leselotte.com
www.dolphin-innovations.de/de/produkte/smartbook.html
Tags: Design, Hilfreiches, Lesehilfe, Neues
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